Wer bestimmt unsere Zukunft?

Fellow-Berichte

Magdalena Taube ist seit mehr als zehn Jahren als Online-Journalistin aktiv, unter anderem als Redakteurin bei berlinergazette.de und als Expertin im Kanal Medien und Gesellschaft des Portals PIQD. Eines ihrer wichtigsten Anliegen ist die Vermittlung von Medienkompetenz, daher engagiert sie sich ehrenamtlich an einer Schule in Berlin-Neukölln und arbeitet mit gemeinsam mit SchülerInnen zu Themen wie sicherer Kommunikation im Netz. Magdalena hat an der Humboldt-Universität ihre Doktorarbeit zu „Digitalen Journalisten“ verfasst und unterrichtet dort sowie an anderen Hochschulen regelmäßig angehende MedienmacherInnen.

Big Data-Technologien wird nachgesagt, dass sie eine der wichtigsten Rollen in der aktuellen Phase der Digitalisierung spielen. Das große Stichwort in diesem Zusammenhang ist Prädiktion.

Fellow-Projekt: Wer bestimmt unsere Zukunft?

Digital Empowerment: Die Journalistin und Medienwisschaftlerin Magdalena Taube macht sich für die Idee stark, dass alle Bürger einer digitalen Gesellschaft im Sinne eines „experience based expert“ die Kompetenz erlangen können, Big Data zu verstehen und für sich und die Gesellschaft nutzbar zu machen. So könnten die Potentiale von Big Data demokratisiert und Missbrauch verhindert werden.

Jeder von uns nutzt, bewußt oder unbewußt, Big Data Analysen, doch nur die wenigsten sind sich darüber im Klaren. Big Data gilt als Thema großer IT-Konzerne, Geheimdienste und Forschungseinrichtungen. Der Workshop von Madgalena Taube hat hingegen das zivilgesellschaftliche Potential erörtert und Beispiele gesammelt, wie jeder von uns sich das Thema aneignen kann. Ob Journalisten, NGO-Mitarbeiter, Studierende, Unternehmensgründer – jeder Interessierte könne sich selbst zum „experience based expert“ entwickeln, um die Wissensdomäne von Big Data zu überwinden – man müsse dazu kein Spezialist, kein Programmierer oder Mathematiker sein. Wenn immer mehr Bürger den Umgang mit Algorithmen verstünden, würde dies sowohl zu einer Entzauberung des „Herrschaftswissens“  als auch zu einem souveränen Umgang mit dem Internet anregen. So könne man Big Data für viele nichtkommerzielle Fälle erschließen und nutzen – oder sich gezielt vor der eigenen Analyse schützen. Magdalena Taube wirbt für einen solchen „Empowerment“-Ansatz. Solche Bürger-Experten, auf denen etwas der Erfolg der Wikipedia beruht, sieht Magdalena Taube in der Pflicht und Funktion, die langfristigen großen Fragen des Big Data Potentials zu entschlüsseln:

Hat man es mit einem revolutionären Wandel im Bereich der Wissenschaft zu tun, weil Korrelation mit Kausalität konkurriert? Oder mit einem solchen Wandel im Bereich der Exekutive, weil nicht mehr tatsächliche Taten, sondern mögliche Verbrechen in den Fokus der Polizei rücken? Oder im Bereich der Politik, weil demokratische Verfahren durch demokratisch nicht legitimierbare Big-Data-Governance abgelöst werden? Oder hat man es mit einem Wandel in all diesen Bereichen zugleich und vielen anderen mehr zu tun? Auf der Hand liegt, dass ExpertInnen bei diesem Prozess und seiner Auslegung unverzichtbar sind. Sie können helfen, den Wandel zu deuten und in sinnvolle Bahnen zu lenken.

Foren zum Informieren und zum Mitdiskutieren

Dossier „Open Data“ der Bundeszentrale für politische Bildung
Auf dieser Seite kannst du dich darüber informieren, wie Big Data zu Open Data werden kann – also zugänglich für alle.

Doing Journalism with Data
Ein kostenloser Online-Kurs, der allen offensteht, die lernen wollen, wie man im Journalismus mit großen Datenmengen umgeht und wie man diese visualisieren kann.

iRights Cloud
Zusammenstellung von Texten rund um das Thema Big Data – aus Sicht der Userinnen und User.

Data USA
Eine Visualisierung aller Regierungsdaten, die in den USA öffentlich zur Verfügung stehen.

Big-Data-Initiativen, denen du dich dich anschließen kannst

Deutsche-Bahn-Hackathon
Die Deutsche Bahn stellt in so genannten Hackathons regelmäßig Verkehrsdaten zu Verfügung. JedeR kann sich anmelden und gemeinsam überlegen, was man mit solchen Daten anstellen kann.

Data-Harvest
Beim Data Harvest kommen alljährlich Menschen aus ganz Europa zusammen um gemeinsam mit offenen Daten zu arbeiten und sich zu überlegen, welche Geschichten diese Daten erzählen.

Reporter ohne Grenzen-Petition
Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat den BND verklagt, weil dieser ihrer Meinung nach unerlaubt Daten von JournalistInnen speichert. Wer diesen Zweck unterstützen will, kann die Petition unterzeichnen.

Big Data in unsere Hand?
Eine Initiative der Berliner Gazette. Auf dieser Seite werden die Ziele dieser Initiative beschrieben sowie ausführlich geschildert, wie Big Data in die Hände der UserInnen gelangen könnte.

Nützliche Werkzeuge, die helfen, weniger Datenspure zu hinterlassen

Anonymisierung mit TOR
Benutze fürs Surfen im Netz ein Verschlüsselungs- und Anonymisierungtool wie VPN oder TOR.

Anonym suchen mit Ixquick
Suchmaschinen wie Ixquick, DuckDuckGo oder Startpage respektieren deine Privatsphäre.

Verschlüsselung mit PGP
verschlüssel’ deine mit E-Mails mit PGP/GPG. Die “Free Software Foundation” stellt dieses nützliche Handbuch zum Thema Email-Verschlüsselung bereit.

Die Fellows sind in Ihrer Arbeit frei. Die ZEIT-Stiftung macht keine Vorgaben zu den Positionen. Diese müssen sich nicht unbedingt mit den Ansichten der Stiftung decken.