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Rasender Stillstand – Digitale Veranstaltungsreihe

Die Veranstaltungsreihe „Rasender Stillstand“ fand bisher in zwei Teilen statt: im Februar/März und im November 2021. In insgesamt zehn digitalen Lunch-Sessions diskutierten Gesprächsgäste aus Kultur, Wissenschaft und Medien zu aktuellen Themen. Während sich „Rasender Stillstand“ im Februar mit der Frage beschäftigte, welche Spuren die Corona-Pandemie in unserer Gesellschaft hinterlässt, fokussierten sich die Sessions im November auf die Auseinandersetzung mit dem Begriff Verantwortung. Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und Gesprächsgästen, sowie die Aufzeichnung der jeweiligen Session.


„Rasender Stillstand“ ist eine Veranstaltungsreihe des Bucerius Labs der ZEIT-Stiftung in Kooperation mit Holtzbrinck Berlin und Wissenschaft im Dialog.

Wer übernimmt Verantwortung – ich, du oder wir alle?

Wenn es um große Herausforderungen geht, wie etwa den Klimawandel, den Umgang mit dem Corona-Virus, die Digitalisierung oder um die Frage, wie wir künftig leben wollen, fällt besonders häufig ein Stichwort: Verantwortung. Was bedeutet es genau, wenn von Verantwortung die Rede ist – und wie verteilt sie sich auf Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Bürger:innen? Welches Maß an Verantwortung können wir von Politiker:innen, Arbeitgeber:innen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen erwarten – und wo sind wir selbst am Zug? Nicht nur beim Thema Impfen wurde zuletzt häufig von individueller Verantwortung gesprochen – auch beim Homeschooling oder Homeoffice haben Einzelne mehr Verantwortung getragen als sonst. Wie viel aber kann jedes Individuum ausrichten, wenn es um große Themen wie Klimaschutz und Digitalisierung geht? Wer übernimmt tatsächlich die Verantwortung für die nachfolgenden Generationen – und mit welchen Konsequenzen?

In der Fortsetzung der Reihe „Rasender Stillstand“ gingen wir diesen Fragen nach. In vier digitalen Lunch-Sessions beleuchten wir mit unseren Gesprächsgästen das Thema Verantwortung in Bezug auf Gesellschaft, Arbeit, Umwelt und digitales Leben.

Gesellschaft: Was ist Verantwortung und wer trägt sie?

Mittwoch, 3. November 2021, 12 Uhr

Ob Corona oder Klima: Große gesellschaftliche Herausforderungen führen stets auch zu Diskussionen über individuelle und gesellschaftliche Verantwortung. Denn die Lösungen für solche Probleme können weder allein durch Einzelne erfolgen noch einfach staatlich angeordnet werden – wodurch mitunter ein Gefühl der Lähmung entsteht. Was ist Verantwortung und wer ist wofür verantwortlich? Die erste Session zum Thema „Verantwortung“ versucht die Kartierung eines unscharfen Konzepts.

Moderation: Christoph Twickel, Freier Journalist

Dr. Michael Bongardt
Dr. Michael Bongardt

Professor für Anthropologie, Kultur- und Sozialphilosophie, Universität Siegen

Dr. Manfred Spitzer
Dr. Manfred Spitzer

Professor für Psychiatrie und Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm

Dr. Antje Vetterlein
Dr. Antje Vetterlein

Professorin für Global Governance, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Arbeit: Wie viel Vertrauen braucht Verantwortung?

Mittwoch, 10. November 2021, 12 Uhr

Die Corona-Pandemie hat die Rahmenbedingungen des Arbeitens stark verändert: Digitalisierte Prozesse, Homeoffice als Standard und nicht als Privileg, Videokonferenzen statt persönlicher Meetings sind zum neuen Alltag geworden. Arbeitgeber:innen sind dafür verantwortlich, Strukturen möglichst schnell an die pandemischen Entwicklungen anzupassen. Dabei müssen sowohl Vorgesetzte als auch Mitarbeiter:innen auf das Verantwortungsbewusstsein ihres Gegenübers vertrauen. Sind Arbeitnehmer:innen jetzt stärker gefordert als früher? Und welche veränderten Verantwortlichkeiten werden von Unternehmen und ihren Führungskräften erwartet?

Moderation: Christine Watty, Deutschlandfunk Kultur

Dr. Lisa Herzog
Dr. Lisa Herzog

Professorin für Philosophie, Universität Groningen, und Fellow 2021/22 am HIAS in Hamburg

Dr. Hannah Schade
Dr. Hannah Schade

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

Mitschnitt der Session:

Umwelt & Klimaschutz: Was kann ich alleine schon ausrichten?

Mittwoch, 17. November 2021, 12 Uhr

Auto, Fleisch, Plastik, Streaming: Zahlreiche Forderungen rund um den Klima- und Umweltschutz drehen sich vor allem um individuelles Konsumverhalten. Muss ein Umdenken im Kleinen beginnen oder wird damit die Verantwortung für globale Probleme an Einzelne delegiert? Was können wir beim Einkaufen ausrichten, wenn internationale Klimaabkommen aufgekündigt werden und die Großindustrie keine Abstriche macht? In der dritten Session geht es um die Reichweiten und Grenzen individueller Verantwortung beim Umweltschutz.

Moderation: Christoph Twickel, Freier Journalist

Dr. Marion Schulte zu Berge
Dr. Marion Schulte zu Berge

Generalsekretärin, Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (WGBU)

Toralf Staud
Toralf Staud

Freier Journalist und Buchautor, unter anderem von: "Deutschland 2050 - Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird"

Carolin Stüdemann
Carolin Stüdemann

Geschäftsführende Vorständin, Viva con Agua de St. Pauli e.V.

Mitschnitt der Session:

Die Veranstaltung ist Teil der Diskussionsreihe Wissenschaft kontrovers von Wissenschaft im Dialog im Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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Digitales Leben: Wie viel Verantwortung geben wir ab?

Mittwoch, 24. November 2021, 12 Uhr

Viele digitale Dienste werben damit, uns das Leben zu erleichtern: Datengetriebene Systeme und Künstliche Intelligenzen berechnen, wann unsere Schlafenszeit beginnt, der Kühlschrank gefüllt werden muss, oder wie viel Wasser wir noch trinken sollten. Wir bestellen Essen per App, lassen uns von Google und Co. durch den Alltag navigieren und fahren Autos, die selbstständig einparken. Wie viel digitalen Komfort können wir uns leisten, ohne irgendwann völlig fremdbestimmt zu sein? Wer übernimmt Verantwortung für die Schattenseiten des digitalen Lebens? Und wie kann ein verantwortungsvoller, positiver Umgang mit sensiblen Daten gelingen?

Moderation: Christine Watty, Deutschlandfunk Kultur

Dr. Christina Gravert
Dr. Christina Gravert

Verhaltensökonomin, Professorin am Department of Economics, University of Copenhagen, Mitgründerin vom Impactually

Dr. Judith Simon
Dr. Judith Simon

Professorin für Ethik in der Informationstechnologie, Universität Hamburg (Foto: UHH/Nicolai)

Matthias Spielkamp
Matthias Spielkamp

Mitgründer und Geschäftsführer AlgorithmWatch

Mitschnitt der Session:

Welche Spuren hinterlässt die Pandemie in der Gesellschaft?

Über die gesellschaftlichen Folgen der Pandemie diskutierten Christine Watty, Deutschlandfunk Kultur, und Dirk Peitz, ZEIT ONLINE, in der Reihe „Rasender Stillstand“ mit Gästen aus Wissenschaft und Kultur. In sechs digitalen Lunch-Sessions im Frühjahr 2021 ging es u.a. um ein verändertes Zeitempfinden, unseren eingeschränkten Radius, um Geschlechterrollen, um Kultur in digitalen Zeiten, und um die Frage nach der Post-Corona-Zukunft. Alle Gespräche finden Sie auf dieser Seite noch einmal als Videomitschnitt. Außerdem können Sie sich hier eine Zusammenfassung der Reihe mit unseren Erkenntnissen aus den sechs Gesprächen als PDF herunterladen.

Wie geht es uns nach einem Jahr Pandemie? Ein Gespräch über Abstand, Zeitgefühl und Krisenbewältigung

Mittwoch, 24. Februar 2021, 12 Uhr 

Vor gut einem Jahr hat die Pandemie Deutschland erreicht. Seit dem leben wir als Individuen und als Gesellschaft in einem Ausnahmezustand. Wir mussten uns mit einem „new normal“ arrangieren, das viele von uns besonders belastet. Der persönliche Radius hat sich verkleinert, das soziale Umfeld ebenfalls. Wie können wir zuversichtlich nach vorne schauen, wenn ein Ende der Krise nicht in Sicht ist? Wie schaffen wir es weiterhin Energie für Arbeit, Studium und Familie aufzubringen, wenn sich jeder Tag gleich anfühlt und uns der gewohnte Ausgleich fehlt? Und wie gehen wir mit der verlorenen Zeit und den verpassten Erlebnissen um?

Moderation: Christine Watty, Deutschlandfunk Kultur

Hartmut Rosa
Hartmut Rosa

Professor für Soziologie, Universität Jena

Jule Specht
Jule Specht

Professorin für Psychologie, Humboldt-Universität Berlin

Jürgen P. Rinderspacher
Jürgen P. Rinderspacher

Wirtschaftssoziologe und Zeitforscher, Universität Münster

Mitschnitt der Session:

Was bedeutet der Lockdown für unsere Mobilität?

Mittwoch, 03. März 2021, 12  Uhr

Die Pandemie hat nicht nur unsere sozialen Kontakte, sondern auch unsere Mobilität deutlich eingeschränkt: Flugreisen und Hotelaufenthalte sind nach wie vor weitestgehend unmöglich, selbst öffentliche Verkehrsmittel gilt es zu meiden. Stattdessen entdeckten viele Menschen ihre unmittelbare Umgebung neu: Beim Joggen im Park, durch den Arbeitsweg per Fahrrad oder durch Spaziergänge als soziales Happening. Wie hat sich unser Anspruch an Mobilität verändert? Wie erleben wir die Natur in Zeiten der Pandemie? Welche Rolle spielen Naherholungsmöglichkeiten für unser Wohlbefinden? Und könnte sich unsere Einstellung zur Umwelt dauerhaft verändern?

Moderation: Dirk Peitz, stellv. Ressortleiter Kultur, ZEIT ONLINE

Elisabeth Kals
Elisabeth Kals

Professorin für Sozial- und Organisationspsychologie, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Martin Schmitz
Martin Schmitz

Spaziergangswissenschaftler und Verleger, Kunsthochschule Kassel

Meike Jipp
Meike Jipp

Leiterin des Instituts für Verkehrsforschung, Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt

Mitschnitt der Session:

Die Veranstaltung ist Teil der Diskussionsreihe Wissenschaft kontrovers von Wissenschaft im Dialog im Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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Wie hat sich unser Kaufverhalten verändert?

Mittwoch, 10. März 2021, 12 Uhr 

Die Modebranche leidet, Baumärkte erleben einen Boom, Streaming-Anbieter schreiben Rekordzahlen. Viele Menschen sind in Kurzarbeit, andere sparen Geld, das eigentlich für Urlaubsreisen und Kinobesuche vorgesehen war. Wie verändert die Pandemie unser Konsumverhalten? Worauf legten wir in den vergangenen zwölf Monaten besonders viel Wert, welche Bedürfnisse traten in den Hintergrund? Und wie nachhaltig sind Online-Shopping und die Digitalisierung unseres Konsums?

Moderation: Christine Watty, Deutschlandfunk Kultur

Andrea Gröppel-Klein
Andrea Gröppel-Klein

Direktorin des Instituts für Konsum- und Verhaltensforschung an der Universität des Saarlandes

Tilman Santarius
Tilman Santarius

Professor für Sozial-ökologische Transformation und nachhaltige Digitalisierung an der TU Berlin

Nicola Erny
Nicola Erny

Professorin für Philosophie, Hochschule Darmstadt

Mitschnitt der Session:

Die Veranstaltung ist Teil der Diskussionsreihe Wissenschaft kontrovers von Wissenschaft im Dialog im Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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Leben im Lockdown: Erzwungene Häuslichkeit und ihre Folgen

Mittwoch, 17. März 2021, 12 Uhr

Seit Beginn der Pandemie verbringen die Menschen besonders viel Zeit in den eigenen vier Wänden. Die Zeit im ersten Lockdown haben viele genutzt, um ein neues Hobby zu finden oder die Wohnung zu renovieren. Manche haben sich ein Arbeitszimmer eingerichtet, anderen bleibt nur der Küchentisch, an dem sie nebenbei noch den Kindern beim Home Schooling helfen. Beruf und Privates lassen sich oft nicht mehr trennen, wenn Arbeit und Freizeit im selben Raum stattfinden und Videokameras den Blick auf Einrichtung und Familienleben freigeben. Für andere bedeutet der weitgehende Rückzug in die eigene Wohnung vor allem Einsamkeit. Was macht diese erzwungene Häuslichkeit mit uns? Wie können wir uns so einrichten, dass das eigene Zuhause nicht zur Belastung wird? Und wie lässt sich ein guter Ausgleich finden, wenn draußen alles stillsteht?

Moderation: Dirk Peitz, stellv. Ressortleiter Kultur, ZEIT ONLINE

Jutta Allmendinger
Jutta Allmendinger

Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)

Van Bo Le-Mentzel
Van Bo Le-Mentzel

Architekt und Designer

Ina Remmers
Ina Remmers

Gründerin und Geschäftsführerin von nebenan.de

Mitschnitt der Session:

Können digitale Technologien echte Erlebnisse und Begegnungen ersetzen?

Mittwoch, 24. März 2021, 12 Uhr

Opern im Livestream, Lesungen per Videokonferenz und Filmfestivals, die ausschließlich online stattfinden: Seit Beginn der Pandemie sind viele neue digitale Angebote und Formate entstanden, um Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform und dem Publikum einen Ersatz für den Theater- oder Museumsbesuch zu bieten. Was macht ein Kulturerlebnis aus und lässt es sich überhaupt 1:1 in die digitale Welt transportieren? Welche Rolle spielt die Begegnung mit anderen Besucher:innen? Wie verändert sich künstlerisches Schaffen, wenn die Rezipienten Kunst ausschließlich über einen Bildschirm sehen können? Und wie könnten sich die Erfahrungen der vergangenen Monate mit digitalen Möglichkeiten in Zukunft – also nach der Pandemie – auf die Kultur auswirken?

Moderation: Dirk Peitz, stellv. Ressortleiter Kultur, ZEIT ONLINE

Amelie Deuflhard
Amelie Deuflhard

Theaterproduzentin und Intendantin der Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg

Pamela Schobeß
Pamela Schobeß

Berliner Clubbetreiberin und Mitgründerin der Initiative "United We Stream"

Andreas Bernard
Andreas Bernard

Kulturwissenschaftler und Autor, Professor am "Center for Digital Cultures" an der Leuphana-Universität Lüneburg

Mitschnitt der Session:

Post-Corona-Zukunft: Wie verhalten wir uns, sobald die Beschränkungen aufgehoben sind?

Mittwoch, 31. März 2021, 12 Uhr

Reisen, Shopping, rauschende Feste – Müssen wir alles nachholen, was wir vermeintlich verpasst haben? Oder bedeutet die Pandemie-Zeit eine Besinnung und Entschleunigung in Bezug auf unseren zuvor nimmersatten Ressourcenhunger? Wie werden wir die Pandemie im Rückblick sehen? Als Zeit der Entbehrung oder als Wendepunkt für einen Wandel hin zu einer sozialeren, grüneren und vielfältigeren Gesellschaft?

Moderation: Christine Watty, Deutschlandfunk Kultur

Stephan Rammler
Stephan Rammler

Zukunftsforscher und Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung

Christa Liedtke
Christa Liedtke

Abteilungsleiterin Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren, Wuppertal Institut

Christian Stöcker
Christian Stöcker

Kognitionspsychologe, Autor und Professor für Digitale Kommunikation an der HAW Hamburg

Mitschnitt der Session:

Die Veranstaltung ist Teil der Diskussionsreihe Wissenschaft kontrovers von Wissenschaft im Dialog im Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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